SWR2 Leben | DatenschutzLeben ohne Spuren
Wie Menschen ihre digitale Fährte verwischen
Von Philip Banse
Nur bar zahlen, kein Handy, Straßenbahn meiden - viel Aufwand treiben müssen Menschen, die nicht möchten, dass andere ein nahezu lückenloses Bild ihrer Gewohnheiten und Bewegungen erhalten. Staat wie Unternehmen sammeln immer mehr Daten: beim Protokollieren, wer mit wem telefoniert, wer wem eine Mail schickt oder beim Scannen von Nummernschildern auf der Autobahn bei der Suche nach Steuersündern. Diese Spuren sind bares Geld wert oder können helfen Verbrechen aufzuklären. Immer mehr Menschen ist das jedoch unheimlich. Philip Banse begleitet drei Menschen, die ihre digitalen Fußabdrücke verwischen.
Alle Sendetermine:
20.04.2009, 10.05 Uhr, SWR2 Leben, SWR2
Auszug:
"Ricardo Remmert-Fontes, Pferdeschwanz, dunkle Kleidung, sitzt am gründerzeitlichen
Holz-Schreibtisch in seiner Berliner Zweizimmerwohnung. Zwischen Büchern und
Papieren setzt der Datenschutzaktivist eine neue SIM-Karte in sein Handy.
Telefonunternehmen müssen ein halbes Jahr speichern, wer mit wem wann telefoniert,
sagt er. Das kann der 31-jährige Ricardo Remmert-Fontes nicht verhindern. Aber er
kann verhindern, dass mit den gespeicherten Nummern sein Name verbunden ist.
Ricardo kauft für sein Mobiltelefon nur im Voraus bezahlte Pre-Paid-Karten und gibt
dabei einen falschen Namen an, gerade Internet-Händler überprüfen Angaben zur
Person nur selten.
(...)"