Jul 03
No Gravatar

Freiheit statt Angst 2009 in DE

Aufruf

Internationaler Aktionstag “Freiheit statt Angst 2009 – Stoppt den Überwachungswahn!” am 12. September 2009

Erneut ruft eine breite Bewegung von engagierten Menschen und vielen zivilgesellschaftlichen Organisationen zu Protesten gegen den Sicherheitswahn auf. Am 12. September 2009 tragen diese Menschen den Protest wieder auf die Straßen vieler Länder unter dem Motto “Freiheit statt Angst 2009 – Stoppt den Überwachungswahn!“. Friedlicher und kreativer Protest, von Kundgebungen über Parties zu Kunstaktionen soll den Protest auch dieses Jahr prägen.

In Deutschland und überall in der Welt werden seit Jahren Massen-Überwachung und zentralisierte Massen-Datenspeicherung durch den Staat ausgebaut und verstärkt. Die Überwachungsmaßnahmen umfassen die präventive und anlaßlose Speicherung von Kommunikation, Bewegungsprofilen, Steuer- und Finanztransaktionen, persönlichen Beziehungen und individuellem Verhalten, Krankheitsdaten und mehr. Begründet werden diese Maßnahmen in der Regel mit dem “Kampf gegen den Terrorismus” und der „Bekämpfung der Kriminalität“. Daten werden jedoch nicht mehr gezielt über Verdächtige gesammelt, sondern pauschal von jedem Menschen – ohne irgendeinen begründeten Verdacht.

Durch die anlaßlose Speicherung von Daten aus allen Lebensbereichen werden alle Menschen unter einen Generalverdacht gestellt. Der Ausbau der Sicherheitsarchitektur mittels Massenüberwachung bedeutet also eine faktische Abschaffung des Unschuldsprinzips, welches ein wesentlicher Grundpfeiler des demokratischen Rechtssystems ist.

Auch ist mit Massen-Überwachung keinerlei Sicherheitsgewinn verbunden, der den immensen Aufwand und die Erosion wichtiger demokratischer Normen und Werte in irgendeiner Weise rechtfertigen würde.

Indem das Eindringen in die Privatsphäre durch den Staat zum Normalfall wird, ist die Garantie der Menschenwürde nicht nur in Gefahr, sondern tatsächlich außer Kraft gesetzt: Der Mensch wird zum reinen Objekt des misstrauischen Staates. Er wird seiner Würde beraubt, indem er generell als potentieller Straftäter oder Feind betrachtet wird.

Zusätzlich zur operativen Aufrüstung durch den Einsatz der Massen-Überwachung ist auch die immer stärker voranschreitende Zentralisierung von Befugnissen und die Tendenz zur Aufweichung der Trennung von Geheimdiensten, Polizei und Militär besorgniserregend.

In der demokratischen Grundordnung eines Rechtsstaates müssen diese Organe unabhängig operieren. Die Geschichte lehrt uns durch viele Beispiele, welche Gewalt ein Staat entwickeln kann, wenn diese Trennung nicht aufrecht erhalten wird.

Der Staat ist nur dann ein demokratischer und freier Staat, wenn er sich an die selbst auferlegten Grenzen des modernen Rechtsstaatsverständnisses hält, wenn er sich selbst beschränkt und an das eigene Handeln die höchsten Wertmaßstäbe legt.

Zum Rechtsstaatsverständnis gehören auch das Verbot einer pauschalen Massen-Überwachung, also der massenhaften Verletzung der Privatsphäre und die Sicherheit des Grundsatzes, daß Grundrechtseingriffe nur ein allerletztes Mittel sein dürfen.

In einer freien und gerechten Gesellschaft muß die oberste Handlungsmaxime des Staates das Vertrauen in die Bürgerinnen und Bürger sein, und nicht das Mißtrauen. Umgekehrt müssen die Menschen grundsätzlich darauf vertrauen können, daß der Staat weitgehend auf Eingriffe verzichtet und diese nur im wohlbegründeten Einzelfall und mit richterlicher Prüfung zulässt. Im demokratischen Staat muß die Garantie der Menschenwürde und der Grundrechte absolut sein.

Als engagierte Bürgerinnen und Bürger, Vertreterinnen und Vertreter von zivilgesellschaftlichen Organisationen, fordern wir die Politik auf, sämtliche Eingriffsbefugnisse, Sicherheits- und Überwachungsgesetze von unabhängigen Stellen auf Wirksamkeit, Schadenspotenzial und Grundrechtskonformität hin zu überprüfen. Solange dieses nicht geschehen ist, fordern wir einen sofortigen Stop weiterer Überwachungs- und Sicherheitsgesetze.

Wir wollen keine Gesellschaft der Angst, wir wollen keine Gesellschaft des Mißtrauens. Wir wollen eine friedliche und freie Gesellschaft, die allen Menschen gleiche Chancen einräumt, in der niemand ausgegrenzt wird, in der niemand den allwissenden Staat fürchten muss, und Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit erhalten bleibt, Mitverantwortung zu übernehmen.

Wir sind überzeugt, daß die besten Instrumente zur Bekämpfung von Kriminalität Bildung, Armutsbekämpfung, Integration und soziale Verantwortung und politische Teilhabe sind. Hier sind Politik und Zivilgesellschaft gemeinsam gefordert, Handlungsalternativen zu entwickeln.

Um den Protest diesmal besonders wirkungsvoll an die Politik zu tragen, protestieren wir in diesem Jahr nur zwei Wochen vor der Bundestagswahl – denn die Politik soll sehen, daß wieder viele Menschen für ihre Rechte und eine freie und friedliche Gesellschaft eintreten. Und nach der Wahl wird sich die Politik an ihrem Handeln messen lassen müssen. Wir rufen jeden Mensche auf, sich unserem friedlichen Protest anzuschliessen.

Ständig aktuelle Informationen, sowie alle teilnehmenden Organisationen und Länder finden sich im Internet unter: http://de.freedomnotfear2009.org

Unsere Forderungen
1. Überwachung und Sicherheitsgesetze abbauen

* Abschaffung der flächendeckenden Protokollierung der Kommunikation und unserer Standorte (Vorratsdatenspeicherung)
* Abschaffung der flächendeckenden Erhebung biometrischer Daten, sowie von RFID-Ausweisdokumenten
* Abschaffung der flächendeckenden Sammlung genetischer Daten
* Abschaffung von Video-Überwachung und automatischer Verhaltenserkennungssysteme
* Keine Finanzierung der Entwicklung neuer Überwachungstechniken
* Keine pauschale Registrierung aller Flugreisenden (PNR-Daten)
* Kein Informationsaustausch mit den USA und anderen Staaten ohne wirksamen Datenschutz
* Keine geheime Durchsuchung von Privatcomputern, weder online noch offline
* Keine pauschale Überwachung und Filterung von Internet-Kommunikation (geplantes EU-Telekom-Paket)
* Stop der Aufrüstung der EU-Außengrenzen (z.B. FRONTEX, eBorder)
* Stop der zunehmenden Verzahnung von Polizeien, Geheimdiensten und Militär (z.B. Gemeinsame-Dateien-Gesetz)
* keine pauschale Überwachung von Flüchtlingen (Visa-Waiver, SIS II, VIS, EuroDAC)
* Stop des Stockholm-Programms zur Inneren Sicherheit in der EU (wir unterstützen mit dieser Demonstration den Protest gegen das Stockholm-Programm)

2. Evaluierung bestehender Gesetze und Entwicklung von Handlungsalternativen

* Wir fordern eine unabhängige Evaluation der bestehenden Gesetze und Befugnisse auf Ihre Wirksamkeit und schädlichen Auswirkungen auf Bürger- und Menschenrechte.
* Wir fordern ein gemeinsames Nachdenken von Politik und Gesellschaft zur Entwicklung von effektiven Handlungsalternativen zur Kriminalitäts- und Terrorismusbekämpfung, z.B. durch:
o Ausbau von Bildungschancen
o Intensivierung der Armutsbekämpfung
o Intensivierung des interkulturellen und interreligiösen Dialogs
o Ausbau der Infrastruktur für Opferberatungsstellen
o Ausbau von Gewaltpräventions- und Aufklärungskampagnen im Bereich der Gewaltkriminalität und sexualisierter Gewalt

3. Moratorium für weitere Sicherheitsgesetze

* Nach der beispiellosen Aufrüstung der letzten Jahre in den Bereichen der Inneren Sicherheit und dem Ausbau anlaßunabhängiger (Massen-) Überwachung fordern wir ein sofortiges Moratorium für alle weiteren Gesetzesinitiativen im Bereich der Inneren Sicherheit.

Technorati-Tags: , , , , , , , ,

Tagged with:
Nov 19
No Gravatar

Freiheit Statt Angst – Stoppt Den Überwachungswahn (Audio) – OKB – radio-bamm – Episode 940017 – podcast.de

Freiheit Statt Angst – Stoppt Den Überwachungswahn 19.11.08 14:27 Uhr

Remmert Fontes – Dr. Motte-H.J.Kreo

Radiobeitrag:

Technorati-Tags: , , , , , , , , ,

Tagged with:
Oct 11
No Gravatar

Tagged with:
Oct 06
No Gravatar

06.10.2008: Überwachung: >Ein Großteil der Bevölkerung ist betroffen´ (Tageszeitung Neues Deutschland)

Überwachung: >Ein Großteil der Bevölkerung ist betroffen´
Ricardo Cristof Remmert-Fontes über die Mobilisierung zur Berliner Demonstration >Freiheit statt Angst´
Ricardo Cristof Remmert-Fontes ist ist einer der Sprecher des Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung (AK Vorrat) und Organisator der Demonstration >Freiheit statt Angst´, die am 11. Oktober um 14 Uhr am Berliner Alexanderplatz beginnt. Mit ihm sprach für ND Peter Nowak.

(Leider nur als Bezahl-Artikel verfügbar – ich erhalte keinen Anteil daran)

Tagged with:
Jun 10
No Gravatar

Update am 16.11.2008:

Am 14.11.2008 wurde ich im Namen von Dr. Horst Herold durch eine ihn vertretende Anwaltskanzlei gebeten, das Interview mit Horst Herold aus der Zeitschrift Transatlantik im Jahr 1980 nicht mehr zu veröffentlichen. Die Anwaltskanzlei begründete dies folgendermaßen:

Mit dem sogenannten Cobler-Interview hat es folgende Bewandtnis: Im Sommer 1980 führte unser Mandant mit dem Journalisten Sebastian Cobler ein Gespräch, das in einer Kurzfassung als Interview für das Kursbuch veröffentlicht werden sollte. Das Kursbuch sicherte unserem Mandanten damals schriftlich zu, die endgültige Fassung zu überarbeiten und diese nur mit seiner Zustimmung und Druckreiferklärung zu publizieren. Dem Manuskript, das Herr Cobler dann vorlegte, versagte unser Mandant seine Abdruckgenehmigung, weil der Text eine ver­fälschte, einseitig selektierte und diffamierende Montage war. Dennoch gab der Kurs­buch-Herausgeber Michel den Text zur Veröffentlichung an Transatlantik weiter, des­sen verantwortlicher Redakteur er zugleich war. Transatlantik wiederum reichte es auch dem SPIEGEL weiter. Am 27.10.1980 veröffentlichten Transatlantik und SPIE­GEL zeitgleich das Cobler-Manuskript als das angebliche Interview. Die Veröffentlichung, die den Rechtsbruch zugesteht („ein Interview, das nicht gedruckt werden sollte“), verfälschte die Substanz und den Sinngehalt der Aussagen unseres Mandanten. Teils verkürzend oder um­formuliert, teils aus dem Zusammenhang gerissen fügte der Text in einer Montage eine Dia­logfolge zusammen, die gar nicht stattgefunden hatte. Keine der Fragen wurde so gestellt, keine Antwort so gegeben. Im Frühjahr 1983 gab der SPIEGEL umfangreiche Unterlassungs­erklärungen ab. Am 3. Mai 1983 räumten Herr Cobler und Herr Michel in einem Vergleich den Rechtsbruch und den Montagecharakter der Veröffentlichung ein und berich­teten ein­gehend, welche Angaben unser Mandant tatsächlich gemacht hatte. Eine Kopie des entspre­chenden Vergleichs haben wir beigefügt.

Ich habe daraufhin geantwortet:

Vielen Dank für Ihre E-Mail und vielen Dank für die ausführlichen
Erläuterungen.

Das Persönlichkeitsrecht ist ja, gerade bei Personen des öffentlichen
Interesses, eine zwiespältige Angelegenheit: einerseits sind die Rechte
des Individuums zu wahren, andererseits ist das zeithistorische
Interesse der Allgemeinheit zu berücksichtigen.

Tatsächlich vertrete ich die Meinung, daß die individuellen Freiheits-
und Bürgerrechte an erster Stelle stehen müssen, und danach erst das
Interesse der Öffentlichkeit abgewogen werden muss.
Ein Sonderfall ist davon abgesehen m. E. immer die Verwendung zu Zwecken
der Forschung und Lehre. Hier führen Persönlichkeits- und Urheberrechte
oft zu schwerwiegenden Eingriffen und Behinderungen.

In diesem Fall möchte ich folgenden Vorschlag machen: ich nehme den Text
sofort von meiner Internet-Seite und werde ihn erst einmal auch nicht
wieder veröffentlichen, unterschreibe aber keine Unterlassungserklärung.

Bitte teilen sie mir mit, ob Sie damit einverstanden sind.

Allerdings würde ich Herrn Dr. Herold gerne fragen wollen, ob er mit mir
persönlich sprechen würde. Mich würde seine Sicht der Dinge schon sehr
interessieren, da ich mich als Bürgerrechtler seit einiger Zeit
intensiver mit der Frage beschäftige, was die Motivationen hinter dem
Ausbau der Sicherheitsarchitektur im technischen und gesetzgeberischen
Bereich sind.

Technorati Tags: , , , , ,

Tagged with:
Jun 08
No Gravatar

Test


This post was made with a trial version of BlogPlanet, a photo blog client for mobile phones. For more information visit www.blogplanet.net
.

Jun 05
No Gravatar

TP: Erpressbarkeit und Verhaltensänderungen

Erpressbarkeit und Verhaltensänderungen

Interview mit Ricardo Cristof Remmert-Fontes vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung

Im Telekom-Abhörskandal wurden unter anderem Telefonnummern von ausgeforschten Personen mit denen von Sexhotlines verglichen um so potentielle Druckmittel zu finden. Schafft die Vorratsdatenspeicherung eine Situation in der potentiell von jedem Gefügigkeit via Erpressbarkeit erzwungen werden kann – sei es über nicht lizenzierte Software, sexuelle Vorlieben oder Krankheiten?

Technorati-Tags: , , , , , ,

Tagged with:
Jun 01
No Gravatar

Proteste in 36 Städten gegen elektronische Überwachung – Golem.de

“Wir konnten die vielen kleineren und größeren Aktionen im ganzen Land auch nutzen, um die Bevölkerung aufzuklären und neue Helfer zu gewinnen. Der Zuspruch war durchweg positiv”, erklärt Ricardo Cristof Remmert-Fontes, einer der Mitorganisatoren des Aktionstages. Angaben zur Teilnehmerzahl wurden nicht gemacht. Ziel war es, zu zeigen, “dass in 36 Städten, also quasi fast in jeder Region, Aktive sind, die als Anlaufpunkte für Interessierte und Multiplikatoren wirken”, erklärte Remmert-Fontes auf Nachfrage gegenüber Golem.de.

Technorati-Tags: , , , ,

Tagged with:
Jun 01
No Gravatar

Midi Libre – Economie – L’affaire Deutsche Telekom touche des nerfs sensibles chez les Allemands

…dition du samedi 31 mai 2008
DR

Sascha Schuermann DDP/AFP

L’affaire Deutsche Telekom touche des nerfs sensibles chez les Allemands

“L’affaire Deutsche Telekom”, qui a vu le gÈant des tÈlÈcoms espionner entre autres des journalistes, secoue profondÈment l’Allemagne: elle touche ‡ la thÈmatique ultra-sensible de la protection des donnÈes, et elle Ècorne un peu plus l’image des dirigeants.

Continue reading »

Tagged with:
May 31
No Gravatar

heise online – Tausende demonstrieren bundesweit gegen Überwachung

An vielen Orten konnten Interessierte eine Petition gegen die umstrittene Novelle des Gesetzes für das Bundeskriminalamt (BKA) unterzeichnen sowie sich auf Pseudo-Namen vorregistrierte Handy-Karten gegen eine Spende besorgen. Eine Premiere war die Live-Übertragung der Ereignisse über diverse Radio-Frequenzen, realisiert von einem Zusammenschluss freier Netzradios. Zur Stunde gehen die Protestaktionen in einzelnen Städten noch weiter. In Berlin etwa wartet auf die Gäste eine Feuershow und eine Chill-Out-Party. Ricardo Cristof Remmert-Fontes, einer der Mitorganisatoren von dem Zusammenschluss von Bürgerrechtlern, zog ein erstes positives Resümee: “Wir konnten die vielen kleineren und größeren Aktionen im ganzen Land auch nutzen, um die Bevölkerung aufzuklären und neue Helfer zu gewinnen.”

Technorati Tags: , , , , , , , ,

Tagged with:
preload preload preload