Nov 06
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Deutschlandfunk – Marktplatz – Ein Anruf genügt …

Ein Anruf genügt …
Telefonseelsorge kritisiert Vorratsdatenspeicherung

Von Dorothea Jung

In Deutschland wächst die Angst vor dem Überwachungsstaat. Im Zentrum der Befürchtungen steht die Vorratsdatenspeicherung von Telefondaten. Kritiker sehen in diesem Vorhaben eine Beschneidung von Grundrechten. Und die Telefonseelsorge befürchtet, dass Hilfesuchende aufgrund der Vorratsdatenspeicherung vor Anrufen zurückschrecken.

Vorratsdatenspeicherung bedeutet, dass gespeichert wird, wer wann mit wem kommuniziert hat, wie lange das gedauert hat – und wenn jemand dabei ein Handy benutzt hat, auch noch, wo er dabei gewesen ist.

Ricardo Cristof Remmert-Fontes ist ein leidenschaftlicher Gegner des unkontrollierten Speicherns von Daten. Gemeinsam mit Gleichgesinnten hat der Berliner Aktivist des “Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung” Anfang Oktober einen internationalen Aktionstag gegen das ausufernde Datensammeln organisiert. Motto: Freiheit statt Angst, Stoppt den Überwachungsstaat. Mehrere 10.000 nahmen teil.

Ich möchte nicht ausspioniert werden, und das ist ein Eingriff in meine Intimsphäre! Ich glaube, es ist schon so eine Allgemein-Schuldig-Machung von den Leuten, bevor irgendwer was gemacht hat. Und ich bin eigentlich für wenig Kontrolle. Es können dann Unbefugte mit den Daten machen, was sie wollen!

Die Sorge der Protestierenden ist nach Meinung von Ricardo Cristof Remmert-Fontes berechtigt. Denn die Speicherung von Telekommunikationsdaten offenbare, wer mit wem in Beziehungen steht. “Und das betrifft nicht nur private Beziehungen”, so der Datenschützer.

Vorratsdatenspeicherung macht transparent, wenn ich beispielsweise bei der Telefonseelsorge anrufe oder bei meinem Arzt, wenn ich bei meinem Fachanwalt für Steuerrecht anrufe, und es macht transparent, mit welchen politischen Organisationen ich kommuniziere, beispielsweise, all diese Daten werden also gespeichert in Deutschland für sechs Monate – und das ist natürlich sehr, sehr kritisch zu sehen.

(…)

Link zum Radio-Beitrag (MP3)

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